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Pressespiegel zum Konzert am 25. Oktober 2009,

Stockhausen zum Jubiläum

Jubiläumskonzert mit der "Camerata Köln" (Mitschnitt des SWR)

Karlheinz Stockhausen komponierte sein wohl populärstes Werk „Tierkreis“ zwischen 1974 und 1975 als Bestandteil eines Theaterstücks für Kinder mit dem Titel „Musik für den Bauch“. Den zwölf Tierkreiszeichen entsprechen zwölf Melodien, die ihrerseits auf die zwölf chromatischen Töne bezogen sind, wobei das Zeichen „Löwe“ (Stockhausens eigenes Sternzeichen) dem Ton A entspricht und die folgenden Tierkreise sich in chromatischer Folge anschließen. Bei einer Aufführung muss jede Melodie mindestens dreimal gespielt werden. Auswahl der Instrumente und Begleitung dieser Melodien – Stockhausen stellt Tonmaterial zur Verfügung – obliegt den Musikern und verändert sich deshalb bei jeder Aufführung.
Beim Jubiläumskonzert „20 Jahre Musik im Jägerhaus“ in Forst gelang dem Ensemble „Camerata Köln“ – es ist auf „Alte Musik“ spezialisiert und spielt auf Originalinstrumenten – eine höchst interessante Gegenüberstellung von Stockhausens „Tierkreis“ mit drei Flötensonaten von J. S. Bach. Die zwar unorthodoxe, indessen höchst sinnreiche Verschränkung der Werke beider Komponisten schuf eine Atmosphäre gesteigerter Wahrnehmung, die beiden zugute kam.
Es begann mit Bachs Sonate für zwei Flöten und Basso continuo in G-Dur (BWV1039), von der aber vorerst nur die ersten beiden Sätze gespielt wurden. Während man zwei weitere Sätze (Adagio und Presto) erwartete, folgten unmittelbar die Tierkreise „Wassermann“, „Fische“ und „Widder“. Nachdem sich die „Camerata Köln“ – mit Michael Schneider (Blockflöte), Karl Kaiser (Traversflöte), Christian Zincke (Viola da gamba) und Sabine Bauer (Cembalo) – bereits in den beiden Bach-Sätzen mit optimaler Balance und klanglich sich ergänzenden Traversflöten präsentiert hatte, war bei Stockhausen die routinierte Abstimmung der Einsätze auffällig.
Es folgte Bachs Sonate für Tenor-Blockflöte, Viola da gamba und Cembalo in DDur (BWV1028). Konfrontiert mit nur einer Flöte erwies sich das (hervorragend klingende) Cembalo durch seine Klangfülle hier als zu dominant.
Dankbare Aufgaben hatte die Viola da gamba im Allegro-Satz der D-Dur-Sonate zu erfüllen, dessen tänzerische Anmut Christian Zincke virtuos mit beeindruckend schönem Ton bewältigte. Den Abschluss des Konzerts bildeten – nach mehren „Sternzeichen“ Stockhausens – die beiden Sätze, die man bei der eingangs gespielten Sonate ausgelassen hatte und mit der das Ensemble am meisten zu überzeugen wusste.

Michael Schmitt (mit freundlicher Genehmigung der "Badischen Neuesten Nachrichten" Karlsruhe)


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