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Im Februar erleben Sie Rock und Pop mit einem klassischen Streichquartett!

Pressespiegel zum Konzert am 27. Januar 2019

Girlandenartige Klangkaskaden

Versierte Saiten-Spezialisten überzeugen mit feinem Einfühlungsvermögen im Jägerhaus

Detlef Tewes und Boris Björn

"Romantische Saitenklänge" - groß angekündigt in den Medien – entsprechend hoch die Erwartungen der Zuhörerschaft im voll besetzten Jägerhaus in Forst: Und sie kam auf ihre Kosten als Ohrenzeuge funkelnder Perfektion zweier weltweit führender Spieler ihres Instruments, des Lautenisten Detlef Tewes und des Gitarristen Boris Björn Bagger.

Waren die Beiden vor einer Woche bei verstärktem Sound noch präsent vor 4000 Zuhörern in Korea, erlebte man sie jetzt vor verhältnismäßig kleinem Kreise unplugged und dazu akustisch noch ungleich authentischer. Mit launigen Worten verstand es der Gitarrist, die Zuhörer auf die einzelnen Werke einzustimmen, erzählte zum Beispiel, wie Paganini, der große Geigenvirtuose, einst sein Publikum sowohl im Gitarren- als auch im Mandolinenspiel faszinierte. Seine Sonate Nr. 1 gab den beiden Musikern Gelegenheit, ihre Versiertheit und musikalische Kongruenz zu demonstrieren, aber auch aufzuzeigen, wie sehr sie sich musikalisch zu ergänzen vermögen. Mozarts A-Dur-Sonate mit dem Variationensatz und dem bekannten "Rondo alla turca" in einer zeitgenössischen Übertragung hat den Interpreten höchste Konzentration und feines Einfühlungsvermögen abverlangt und ihre Liebe zu transparenter Formung der Details auf-gezeigt. Einer der Höhepunkte war zweifellos Lepo Sumeras "Komposition für B.B.B. and his Friend". Gemeint sind die beiden Musiker. Dieses dem musikalischen Minimalismus zugewandte Stück schöpft alle spieltechnischen Möglichkeiten aus. Girlandenartig ranken sich Klangkaskaden um einen Ton, purzeln kapriolengleich umher, umschwirren und umgarnen ihn, dass es dem Zuhörer fast schwindelig wird.

Im zweiten Teil erklangen zunächst eher besinnlich-anmutig geprägte Stücke, wobei die Mandoline klanghellstes Instrument der Lautenfamilie mit ihrem feinen Tremolo bestrickende Melodiebögen spannte. Was einst Franz Liszt den Pianisten zugemutet hat, hat der italienische Komponist Carlo Munier im "Capriccio Spagnuolo" dieser Besetzung anvertraut: herrliche, an südamerikanischen Tänzen orientierte Klangorgien erfüllten den Raum und entzückten das Publikum, das zwei Zugaben erheischte und schließlich mit einem exzellenten Hörerlebnis der Originalfassung von Montis berühmtem "Csardas" belohnt wurde.

–Herbert Menrath (mit freundlicher Genehmigung der "Badischen Neuesten Nachrichten")