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Im neuen Jahr wird es vergnüglich:
Das „Trio Divertissement“ spielt Amüsements aus dem musikalischen Umfeld W.A. Mozarts

Pressespiegel zum Kammerkonzert am 26. November 2017

Genial verschmolzen Können und Freude

Jägerhaus-Musik überrascht mit Programm aus Mythischem und Film / Renommierte Künstler begeistern

Wenn man im Internet nach „Blockflöte“ sucht, ist die Sache eigentlich klar. Dort liest man: „ … sie gilt als Einsteigerinstrument – vor allem für Kinder.“ Die billigste ist etwa für neun Euro zu bekommen. Ein absolut extremer Gegensatz zu dem, was man am Sonntagabend im Forster Jägerhaus zu hören bekam. Andrea Ritter, eine der weltbesten Blockflötistinnen gastierte dort zusammen mit Daniel Koschitzki am Klavier. Die beiden Musiker beeindruckten mit vertrauten und neuen Klängen.

Diese verschmolzen so genial miteinander, dass es zum Beispiel überhaupt nicht auffiel, dass zwischen der mystischen Eigenkomposition „Gathering oft he Birds“ und der „Sonata in G“ von William Croft 300 Jahre lagen. Beeindruckend war auch die versierte Technik, mit der Andrea Ritter ihre Flöte beherrscht. Mit dem doppelten Zungenstoß imponierte sie in atemberaubender Schnelligkeit und Virtuosität bei Hans Wessleys „Feu Follet“.

Hierbei überzeugte auch Daniel Koschitzki als feinfühliger Begleiter am Klavier, der hochkonzentriert auf jede Nuance seiner Duopartnerin reagierte. Genial gespielt war auch das Adagio von Johann Sebastian Bachs „Sonate in g-Moll“, BWV 1020, bei der Andrea Ritter ein fantastisches Vibrato auf der Blockflöte blies. Außergewöhnlich präsentierte das Duo auch Filmmusik aus der Feder von Michael Nyman. Zum „Tagebuch der Anne Frank“ gehörte das Stück „If“, zu dem die größte mitgebrachte Flöte, eine Bassettflöte, gespielt wurde. „Jack“ ist aus dem Film „Wonderland“ und hierbei blies Andrea Ritter zwei Flöten gleichzeitig um den rhythmisch markanten Teil herauszuheben.

Passend zum Programm „Bird´s Paradise“ verschmolzen wieder drei Stücke in einem. Das jazzige „Please tell me more“ von Chiel Meijering ging über in Markus Zahnhausens „Junicanari“ und endete treffend mit dem bekannten „Le Coucou“ von Louis-Claude Daquin, welches Daniel Koschitzki solistisch auf dem Flügel darbot. Die beiden Musiker, die mit ihrem Ensemble „SPARK“ bereits einen ECHO Preis gewonnen haben, verstanden es vorzüglich, verschiedene Musikstile von der Renaissance bis zur Gegenwart unverkrampft zu verbinden und so zu präsentieren, dass es vom ersten bis zum letzten Ton ansprechend und kurzweilig war. Bei den insgesamt 12 mitgebrachten Flöten war auf jeden Fall über Abwechslung gesorgt. Aber auch Daniel Koschitzki sorgte an nur einem Flügel für Virtuosität und sichtbare Spielfreude und der Applaus am Ende bestätigte es: Der Abend war genial.

Markus Wittig (mit freundlicher Genehmigung der "Badischen Neuesten Nachrichten")

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