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Nach der Sommerpause starten wir am 6. Oktober 2019 in die neue Saison. Informationen folgen demnächst!

Pressespiegel zum Konzert am 24. Februar 2019

Reizvoll übers Original hinaus

Das Feuerbach-Quartett überrascht im Jägerhaus Forst das Publikum

Sie fügen sich in eine Reihe von Nachwuchsmusikern im Klassikbereich ein, die die traditionelle, klassisch-romantische Repertoirepflege durch die Interpretation ungewohnter Musikrichtungen aufbrechen: das aus Jamila Musayeva und Max Eisinger (Violinen), Eugen Hubert (Viola) und Lukas Kroczek (Violoncello) bestehende Feuerbach-Quartett. Es fand vor Jahren an der Musikhochschule Nürnberg zusammen, wo sich die Musiker – zwischen 26 und 33 Jahre alt – kennenlernten.

Dem klassischen Streichquartettrepertoire verpflichtet, entschlossen sie sich irgendwann, die Grenzen, innerhalb derer sich die Paradebesetzung der Kammermusik bewegt, zu überschreiten und in originellen, kunstvollen und spieltechnisch reizvoll ausgeführten Arrangements andere Klassiker zu spielen, nämlich solche aus dem Pop- und Rockbereich, wie aktuell im voll besetzten Jägerhaus in Forst. Hier präsentierte das Ensemble ein umfängliches Programm unter dem lateinischen Titel Bombax, zu deutsch etwa potztausend – angesichts der überraschenden Wirkung ihres Spiels durchaus angemessen. Im Stehen spielend (mit Ausnahme des Cellisten), sämtliche Stücke auswendig vortragend und nach Art von Pop- und Rockmusikern dabei einen gewissen Aktionsradius einnehmend, einschließlich des in der Szene üblichen Einander-Anspielens mit viel Blickkontakt, wurde dem Zuhörer gegenwärtig, dass die jungen Leute sichtlich Spaß hatten.

Zunächst erklangen Stücke wie Don’t Stop Me Now von Queen, Beat It von Michael Jackson oder mit Bitter Sweet Symphony auch ein bekannter Titel der Gruppe The Verve. Neben herkömmlichem Spiel auf jeweils vier Saiten führten Effekte wie Pizzikato (zupfen), Collegno (Anschlagen der Seiten mit dem Bogenholz), Flageoletts (nasal klingende Obertöne) oder schlicht perkussive Schläge auf den Instrumentenkorpus zu einer klangfarblich reichen Darbietung, die den Stücken manchen Reiz verlieh, der im Original nicht immer gegeben ist. Im zweiten Teil ernteten die Beiträge The Hurdy-Gurdy Man, von Lukas Kroczek auf dem gitarrenmäßig gehaltenen, gezupften Cello mit Gesang solistisch vorgetragen, sowie ein Duo von Jamila Musayeva und Max Eisinger besonderen Beifall. Letzterer bewies im effektvollen Take On Me von A-Ha zudem Fingerfertigkeiten auf dem umgehängten Synthi-Keyboard. Hey Jude von den Beatles – mit mitsingendem Publikum – sowie zwei Zugaben, darunter Eye Of The Tiger rundeten den Abend ab.

Daniel Hennigs (mit freundlicher Genehmigung der "Badischen Neuesten Nachrichten")

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