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Am 6. Oktober 2019 startet die neue Saison

Pressespiegel zum Kammerkonzert am 28. Oktober 2012,

Ein zauberhafter Konzertabend in Forst

mit dem "Ardinghello-Ensemble" aus Freiburg

Das Ardinghello-Ensemble aus Freiburg eröffnete die neue Reihe der „Musik im Jägerhaus“. Die bekannte Sentenz aus einem Hermann-Hesse-Gedicht, wonach jedem Anfang ein Zauber innewohne, kann durchaus auch für das Eröffnungskonzert der diesjährigen Kammermusikreihe „Musik im Jägerhaus“ mit dem Ardinghello-Ensemble aus Freiburg gelten. Die Interpreten Karl Kaiser (Flöte), Annette Rehberger (Violine), Bodo Friedrich (Viole) und Ursula Kaiser (Cello), allesamt Preisträger verschiedener Förderpreise und Wettbewerbe, boten einen wahrhaft zauberhaften Konzertabend, mit dem Zauber der musikalischen Romantik und ihrer wunderschönen Musik, einer Musik, die Fantasie und Fantastik miteinander verbindet und schließlich zur Subjektivierung der musikalischen Aussage führt.

Die Musik ist abgestimmt auf den Gemütszustand und die Persönlichkeit des Komponisten, auf seine Ideen, Freude, Trauer, seinen Schmerz und ist vor allem geprägt von einer übernatürlichen, unerfüllten Sehnsucht. Symbolgestalt dieser romantischen Ideenwelt ist die „Blaue Blume“, Blau als Farbe der unendlichen Ferne. Bei diesem Konzert wandelte das Ardinghello-Ensemble – so die thematische Vorgabe – musikalisch „auf dem Weg zur Blauen Blume“ und stellte dabei die beiden Flöten-Quartette Op. 56 Nr. 1 und Nr. 2 des in Schwetzingen geborenen und in Karlsruhe verstorbenen Franz Danzi in den Mittelpunkt.

Dazwischen waren ein Trio für Flöte, Violine und Cello seines Zeitgenossen Franz Anton Hoffmeister, der eine recht flüssige, ansprechende Musik mit eingängigen Melodien schreibt, und zwei Sätze aus der Serenade op. 8 für Streichtrio von Ludwig van Beethoven zu hören. Beide Komponisten stehen hauptsächlich für die Klassik, doch sind auf dem Weg zur „Blauen Blume“ in beiden Werken auch deutlich romantische Anspielungen und Ausprägungen zu hören. Franz Danzi ist auch heute noch als Komponist wegen seiner feinen Instrumentierung und Stimmführung geschätzt. Mit seiner Musik wird er zum Wegbereiter des allmählich heraufdämmernden romantischen Zeitalters. Bei der Interpretation der beiden Quartette wurde – wie auch bei Hoffmeister und Beethoven – gute Musik engagiert und sehr ausdrucksstark vorgetragen. Die Interpreten präsentierten sich als äußerst wacher und homogen musizierender Klangkörper mit technischer Brillanz und überragendem Können.

Klanglich bestens ausgewogen war das Wechselspiel zwischen den einzelnen Instrumenten. Geboten war ein hohes Maß an intelligenter Partnerschaft mit einem feinen Gespür für die Bewegung in den Strukturen, getragen von einer farbigen Gestaltungskraft. Man spürte die Freude am Musizieren, die eine wunderschöne Klangvielfalt bei vorzüglich gelungener Verknüpfung von Melodie und Begleitung schuf.

Zutage trat auch die starke Affinität der Musizierenden zur Romantik und dem Empfindungsreichtum ihrer Musiksprache, wobei das Wechselspiel zwischen beseelter Innigkeit mit ihrer sanglichen, kantablen Expressivität und leidenschaftlichem Ausbruch äußerst lebendig gestaltet wurde. Die langsamen Sätze erklangen in inniger, fast kontemplativer Weise. Der Abend im Forster Jägerhaus ist zu einem musikalischen Erlebnis geworden. Die Zuhörerschaft war begeistert und entließ die Ausführenden nur nach einer Zugabe.

Rudolf Rolli (mit freundlicher Genehmigung der "Badischen Neuesten Nachrichten")
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